14. Juni 2017

Kunst im Auge des Betrachters

KunsthistorikerInnen und PsychologInnen an der Universität Wien untersuchen gemeinsam, wie Vorwissen und kultureller Hintergrund die Kunstwahrnehmung beeinflussen.

In verschiedenen Studien konnte bereits gezeigt werden, dass beispielsweise JapanerInnen ihren Blick eher auf den Hintergrund eines Bildes richten, während ÖsterreicherInnen  sich stärker auf die Figuren eines Bildes konzentrieren, und der Hintergrund für sie zweitrangig ist. Japan und Österreich wurden für diese Forschung gezielt ausgewählt, da beide Länder über eine jahrhundertealte eigenständige visuelle Kultur verfügen.

Das Besondere in diesem vom WWTF im Rahmen des Cognitive Sciences Call 2015 geförderten Projektes von Prof. Rosenberg (CS15-036) ist, dass erstmals wissenschaftliche Untersuchungen in Hinblick auf die Wahrnehmung von Linien und Farben  durchgeführt werden. Während in der Psychologie primär die Frage des „Gefallens“ im Zentrum des Interesses steht, soll in diesem interdisziplinären Projekt die Frage beantwortet werden, wie Linien und Farben betrachtet werden – eine kunsthistorische Fragestellung, die anhand von psychologischen Methoden erforscht wird.

"Mit unseren klassischen historischen Analysen stoßen wir an gewisse Grenzen. Die experimentelle Methodik der Psychologie hilft uns dabei, in der Diskussion über Linien und Farben – die bereits seit 300 Jahren intensiv geführt wird – einen großen Schritt weiterzukommen", so der Kunsthistoriker Rosenberg und fügt hinzu: "Wir kombinieren die Kategorienvielfalt der Kunstgeschichte in Hinblick auf die Beurteilung von Linien und Farben mit Experimenten aus der Psychologie."

Mehr über dieses Projekt lesen Sie hier.

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